Der NEB berichtet am 31.01.07
 

Hilfe im harten Kampf um

einen Ausbildungsplatz

In einem Workshop diskutieren Jugendliche der Friedrich-Schelling-Schule mit Kerstin Vollbrecht über Berufsfindung und Lebensplanung

BESICHEIM  Von Christina Kehl
Es ist mittlerweile eine Binsenweisheit: Hauptschüler haben es schwer auf dem Ausbildungsmarkt. Damit die Schüler der Friedrich-Schelling-Schule bei der Lehrstellensuche bessere Chancen als ihre Mitbewerber haben, macht sie Jugendberufshelferin Kerstin Vollbrecht fit für den Arbeitsmarkt
Es ist dunkel. Langsame, sanfte Musik erfüllt den Raum im Jugendhaus. Auf den gemütlichen Sofas liegen 15 Mädchen und träumen. Von Familie, Kindern, Geld und vor allem von einem sicheren Job, der ihnen Spaß macht und sie ein Leben lang erfüllt.
Das sind die Wünsche der 14- bis 16-jährigen Hauptschülerinnen. Die Realität sieht anders aus. Denn gerade sie haben es schwer auf dem Arbeitsmarkt. Die wenigsten Hauptschüler bekommen direkt nach der Schule eine Lehrstelle, landen dafür in einer Schleife von Praktika und Qualifizierungsmaßnahmen.
Jugendberufshelferin Kerstin Vollbrecht will das ändern. Sie arbeitet an diesem Morgen mit den Jugendlichen der Friedrich-Schelling-Schule. In einem Workshop will sie die Achtklässlerinnen fit fürs Berufsleben machen. Auf kleinen Kärtchen müssen die Mädchen ihre Stärken und Schwächen notieren, ihre Interessen beschreiben.
Vielen fällt es schwer, sich für fünf Eigenschaften zu entscheiden. Valentina Puglies beschreibt sich als zuverlässig und hilfsbereit, interessiert ist sie an Sprachen und Organisation. Was sie später einmal damit machen möchte, weiß sie allerdings noch nicht. „Vielleicht irgendwas mit Menschen oder im Büro, bis jetzt habe ich mir dazu noch keine Gedanken gemacht", sagt die 14-Jährige. Wie ihr geht es vielen Schülern, weiß Vollbrecht. Seit fünf Jahren bietet sie den Workshop an der Friedrich-Schelling-Schule an. Alle Achtklässler -getrennt nach Jungen und Mädchen - beschäftigen sich einen Vormittag lang mit ihrer Lebensplanung und Berufsfindung.
„Eigenüich sind die Jugendlichen mit 14 Jahren noch zu jung", sagt die Sozialpädago-gin. Die wenigstens hätten konkrete Vorstellungen von ihrer Zukunft, und wenn doch, seien es immer die typischen Traumberufe: Mädchen wollen Erzieherin, Verkäuferin oder Bürokauffrau werden, Jungen Mechatroniker und Metallbauer.
„In „In der Pubertät sind einfach noch ganz andere Dinge wichtig", weiß Vollbrecht. Den Hauptschulbesuch um ein Jahr zu verlängern, wie es gerade diskutiert wird, findet sie gar nicht so schlecht. Aber auch wenn die Jugendlichen erst in einem Jahr ihre Bewerbungen schreiben müssen und die Ausbildung deshalb noch weit weg ist, ahnen die Schülerinnen was später auf sie zukommen könnte. Viele haben schon bei einem Praktikum gemerkt, dass es Realschüler und Gymnasiasten leichter haben. „Für uns wird es schwer, eine Lehrstelle zu finden", sind die Mädchen überzeugt.

    Kontakt:
    Diplompädagogin Kerstin Vollbrecht
    Dipl. Sozialpädagogin Nicole Petzold

    07143/398639   Di, Mi, Do 08:30 - 12:00 Uhr
                               Mi 14:00 - 16:30 Uhr

    07143-35419      Do + Fr 14:00 - 16:00 Uhr

Friedrich-Schelling-Schule Besigheim